Meine Radiusköpfchentrümmerfraktur und Ich – Teil III: Ein Jahr danach…

Es ist mal wieder an der Zeit, mein dominierendes Thema im privaten Bereich der letzten zwölf Monate aufzugreifen: Meine Radiusköpfchentrümmerfraktur. Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich mir dieses komplett zertrümmert, nach etlichem hin und her und einer versuchten Fixierung der Fragmente mittels fünf Schrauben musste dieses dann doch eine „partielle Resektion des Radiusköpfchens rechts“ vorgenommen werden – sprich es wurde die Säge herausgeholt und das Radiusköpfchen entfernt. Wer vielleicht erst auf diesen Artikel stößt, dem empfehle ich vorher das Lesen des ersten Teils und des zweiten Teils, denn genau an letzterem Beginne ich nun einmal wieder. Seit meinem letzten Artikel sind nun runde acht Monate vergangen und ich nach einige Nachfragen (freut mich, dass ich mit den Artikeln vielleicht dem ein oder anderen ein wenig Ruhe verschaffen konnte) habe ich es nun doch geschafft, einmal meinen weiteren Weg niederzuschreiben.

Der zweite Teil ist fast direkt nach der zweiten Operation (bei der das Radiusköpfchen entfernt wurde) verfasst worden, zu diesem Zeitpunkt war es bewegungstechnisch schon deutlich besser als zuvor, dennoch lag noch immer eine stärkere Bewegungseinschränkung vor und auch die Schmerzen kamen des Öfteren mal durch. Was ist denn so danach passiert? Eigentlich nicht wirklich viel und doch irgendwie schon, wenn man einmal vorwegnimmt, dass es noch gute drei Monate (inklusive vier Wochen Wiedereingliederung) dauerte, bis ich erstmals in den acht Monaten keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung mehr hatte. In diesen drei Monaten gab es jede Woche zwei bis dreimal Krankengymnastik, was mir ordentlich etwas brachte: Die Bewegung ist nun an guten Tagen bezüglich der Streckung so bei geschätzten 80-85 Grad, lediglich die Umwendebewegung der Hand macht noch immer Probleme: Hier komme ich nach links eben ohne weiteres, die Handfläche völlig nach oben zu drehen ist mir aber noch immer nicht möglich und wird es wohl auch nicht mehr werden – lasse ich Seife auf meine Unterseite laufen, läuft diese aber so gerade eben nicht mehr herunter, dass einmal dazu, wie weit ich diese drehen kann.

Wieso es letztlich noch rund zwei Monate dauerte, bis ich in die Wiedereingliederung eingestiegen bin? Das Radiusköpfchen wird zwar entfernt, es verbleibt dort aber kein „Freiraum“, sondern dieser wird vom Gewebe durchwachsen und vernarbt dort, was einige Zeit in Anspruch nimmt, während dieser man den Arm nicht unbedingt über die Schmerzgrenze hinaus belasten sollte. Viel wichtiger ist aber sicherlich für viele die Frage, wie es mir nun mit dem fehlenden Radiusköpfchen so ergeht und hier kann ich nur eine Antwort geben, die sicherlich einige Betroffene leicht schocken dürfte: Ein Tag ohne Schmerzen gibt es nicht – und das sage ich als kein Mensch, der sonderlich Schmerzintensiv ist. Man muss eben immer differenzieren, was Schmerzen sind und wo sie anfangen. An guten Tagen, sprich an Tagen an denen ich den Arm nicht wirklich belaste – also am PC sitze, koche oder eben darart alltägliche Situationen – ist alles wunderbar. Im Idealfall ist der Schmerz eher mit dem Gefühl vergleichbar, als müsse man den Arm durchdrücken – kennt der ein oder andere vielleicht, wenn er einmal längere Zeit gelegen hat und seine Arme oder Beine dann einmal „durchdrücken“ oder strecken muss. So eine Art „dumpfes Gefühl“ im Arm.

Belaste ich den Arm nun aber mehr, zum Beispiel auf der Arbeit oder beim Aufbau unseres neuen Schlafzimmers, können die Schmerzen aber ganz schnell wiederkommen. Dabei sticht es ordentlich im Ellbogen, wobei auch der Unterarm und das Handgelenk schmerzhaft werden können – es lässt sich ohne Tabletten aushalten, der Schmerz ist aber dennoch vorhanden, wenn auch nicht so, dass man eben nichts mehr machen kann. Größtes Problem ist bei mir eine Sache, auf die man selbst etwas achten kann: Die Fehlhaltung. Möchte ich zum Beispiel Wechselgeld entgegennehmen (was durch die fehlende Drehung gar nicht mal so einfach ist), dreht man (der besser ich) automatisch Schulter und Arm ein wenig mit, was bei mir dafür sorgt, dass ich den größten Teil der Schmerzen in der Schulter habe – der angesprochenen Fehlhaltung (oder auch „Schutzhaltung“) sei Dank. Was aber kann ich mit dem Arm so alles machen? Kurz und knapp: Alles.

Hundert Bierkisten umstapeln? Geht, aber dann muss man eben davon ausgehen, dass man den restlichen Tag mit einem Stichen und Pochen herumläuft. Möbel aufbauen und dabei mittels Schreubendreher Schrauben eindrehen? Geht, aber auch das ist für den restlichen Tag nicht angenehm. Ein Sixpack Wasser an einem Arm wie eine Hantel hochheben? Geht nicht, schmerzt und sticht mir persönlich zu sehr. Ja, es gibt etliche Situationen, in denen die Schmerzen stichartig auftauchen und dann ein paar Stunden bleiben – eben so lange, bis ich dem Arm wieder genügend Ruhe gebe. Aber auch ohne eine vorhergehende Belastung gibt es mal Tage, an denen der Arm spürbar mit mir „kommuniziert“ (vor allem beim Wetterumschwung), ist aber eben nicht jeden Tag so. Aber im Grunde bin ich mit meiner Entscheidung, das Radiusköpfchen entfernen zu lassen, absolut zufrieden. Ja, es gibt keinen Tag ohne eine Art von Schmerz, die Intensität ist dabei entscheidend. Mal von den Tagen, an denen der Arm ohne Belastung schmerzt abgesehen, liegt die Entscheidung bei mir, was ich meinem Arm zumuten möchte – nach einiger Zeit weiß man auch recht gut, was man machen kann und was nicht und welchen Effekt man zu erwarten hat. An die Schmerzen gewöhnt man sich, mit Ausnahme weniger Tage sind einfache Kopfschmerzen wesentlich schlimmer.

Nun bin ich wahrlich kein Mediziner und jeder Einzelfall ist hier unterschiedlich. Aber ich kann jedem, der vor der Entscheidung steht ob er mit einem defekten Radiusköpfchen herumlaufen möchte oder sich dieses entfernen lassen will (ja, die Entscheidung habt letztlich ihr, nicht das Krankenhaus) nur ermutigen: Ich bereue diesen Schritt nicht und bin größtenteils zufrieden, wenn ich mir einmal die ersten vier, fünf Monate vor der Resektion des Radiusköpfchens vor Augen halte. Die Bewegung war nach der Entfernung recht schnell wieder da und (auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole) die Schmerzen sind mehr als erträglich, zumindest wenn ihr den Arm nicht enorm belastet – aber die Entscheidung habt ihr eben und mit der Zeit lernt man damit recht gut umzugehen. Es ist nichtmal eine so besondere Sache, es gibt eine ganze Menge an Leuten da draußen, die ebenfalls ohne Radiusköpfchen und ohne die doofe Prothese leben, laut meinem Operateur in der BGU Duisburg wird eine derartige Resektion dort im Schnitt so drei Mal die Woche durchgeführt – es ist also fast schon ein Routineeingriff und ernsthafte Probleme sind selten. Wäre ich mit meinem Wissen noch einmal in der gleichen Situation – ich würde es nicht flicken lassen, sondern direkt entfernen. Ja, ich bin zufrieden, trotz der leichten Bewegungseinschränkung und der täglichen „Schmerzen“ (wenn man es so nennen möchte).

Diese sind aber eben realistisch vorhanden und so bleibt mir nur zu sagen: Sucht euch Ärzte, denen ihr euer Vertrauen schenkt. Ärzte, die euch auch verständlich erklären, was bei der OP passiert und wie es sich im Arm „weiterentwickelt“. Labern diese nur unverständlichen medizinischen Bullshit, lasst es sein, ein guter Arzt kann es auch sehr gut anschaulich und bildlich erklären und nimmt sich die Zeit dafür. Geht wenn möglich zu mehreren Ärzten und lasst euch auch mal in ein Krankenhaus zwecks Untersuchung überweisen, holt euch einfach mehrere Meinungen ein und fragt nach – das ist euer gutes Recht. Quatscht mit dem Physiotherapeuten eures Vertrauens, auch die haben oftmals einige Erfahrungen in der Sache. Jeder Einzelfall muss für sich bewertet werden, kein Bruch ist gleich. Aber lasst dabei den Kopf nicht hängen, es kann nur besser werden – „Don’t worry, be happy“. In diesem Sinne schließe ich hiermit nun diesen Artikel und meine kleine „Reihe“ ab – solltet ihr Fragen haben oder euch einfach nur etwas austauschen wollen: Die Kommentare sind offen, ebenso könnt ihr mich auch auf Facebook, Twitter oder per Mail erreichen. Ende.

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  • Altanate

    Hi ich habe mir auch das radiusköpfchen gebrochen Typ mason 2. würde vor 14 Tagen operiert. 2 schrauben. Wie wahrscheinlich ist es, dass diese bei einer Fehlbewertung brechen?

  • Maddi

    Hy, ich bin wirklich fasziniert, wie du deinen Weg hier beschreibst! das hilft mir persönlich sehr! Ich hatte mir vor 8 wochen beiden radiusköpfchen gebrochen, wobei die linke seite mehr beschädigt wurde. gebrochen und gesplittert. der heilungsverlauf verlief am anfang wirklich gut! bis mein arzt jetzt mal festgestellt hat, das es nicht vorwärts ging mit der beweglichkeit, im gegenteil, sie hat sich verschlchtert! Rechte seite ist inordnung aber die linke seite ist jetzt auseinander gesprungen. Ich hatte schon einige op eingriffe, aber noch nie einen bruch. mir wurde heute vom anistäsisten gesagt, das sie gern eineplexusanästhesie durchführen möchten. um mir den heilungs bzw schmerzprozess im nachinein zu ersparen. das heißt, sie wollen mir eine kanüle am hals legen, die bis zu 4 tagen nach der op drin bleiben kann und damit meine nerven des linkes armes abstellen. so hab ich das zumindest verstanden.
    kann mir jemand helfen, ob er damit erfarungen hat? und wenn ja welche? gab es im nachhinein probleme mit den nerven ‚enden‘ im arm? sind alle nerven wieder funktionstüchtig? ich bin ratlos! und vorallem sehr schockiert, das es jetzt nach 8 wochen erst festgestellt wurde, dass das raduisköpfchen auseinander gebrochen ist. ich wurde seit dem unfall ncoh nicht operiert. das wird dann meine erste op diesbezüglich. ich würde mich riesig über erfahrungsberichte, zwecks der plexusanästhesie freuen. vielen dank im vorraus!

  • Sandra

    Ich leide mit dir. Eigentlich hatten die Ärzte vor das Gelenkköpfchen zu retten, aber als ich aufwachte hat man mir gesagt das es komplett entfernt werden musste. Ein Ersatz wäre für mich nicht in Frage gekommen. Bin noch zu jung dafür meinten die Ärzte ( wegen der Erneuerung alle 10 Jahre) . Ich hab zum Glück kaum schmerzen im Sommer.Dafür ist der Winter ziemlich hart. Aber ganz dicke kommt es mit dem Alter meinte meine Ärztin. Zwei Jahre ist der Unfall nun her und deutlich Arthrose zu erkennen. Rheuma hab ich auch schon im Arm. Naja ist eine Sache mit der wir wohl oder übel Leben müssen.

  • Daniel

    Hallo
    zusammen, also ich kann euch allen gut mitfühlen ja.Sehr
    schmerzhaft, langwierig und kann Nerven kosten.Die Hoffnung stirbt
    zuletzt Ich bin im April 2014 beim Klettern von ca. 3
    Metern abgestürzt und mit der rechten gestreckten Hand am Boden
    gelandet, Wahr Minuten darauf sofort weg,bin dann Stunden später im
    KH aufgewacht.Wurde dann sofort fast 4 Stunden Notoperiert. Diagnose:
    Fraktur comminut, radii dext, operat..so der Befund vom Artzt..He !!
    Bitte in Deutsch?? Der Arm stark gebrochen, geprellt und das gesamte
    Radiusköpfchen zertrümmert und sie setzten mir eine Titan Platte
    mit 8 Schrauben ein. Gar nicht gut. Ich habe dann die Bilder gesehen
    von der OP…wie wenn eine Splitter Granate losgegangen wäre. Echt
    heftig. Mir wurde gesagt der Arm würde noch längere Zeit stark
    eingeschränkt bleiben und auch später könnte er so bleiben. Des
    musste mal verdaut und verarbeitet werden.Dann Wochen später des
    übliche.. sofort Physiotherapie,Reha und viele viele Schmerz
    Tabletten.Dann hat mich auch noch die Firma gekündigt super. Im
    August wurde festgestellt die Platte sei gebrochen..anscheinend durch
    eine zu starke Drehung aber nicht Belastung. Haha ich könnte ja
    meinen Arm gar nicht drehen geschweige dem ausstrecken oder
    Beugen.Erst zwei Monate danach wurde ich erneut operiert wobei die
    Platte nur entfernt werden sollte…haha,dann wurde doch während der
    OP entschieden wider eine Platte und einen entnommen Knochen aus den
    Ellenbogen einzusetzen. Und jetzt weitere Monate danach auch keine
    Besserung in Sicht, vielleicht Schmerzen weniger ja aber die
    Beweglichkeit bleibt eingeschränkt.Keine Ahnung wie es weiter geht.
    Der Arzt meinte eventuell eine Ellenbogen Prothese…bitte !! Ich bin
    erst 31..aber das sei nicht so einfach und man hätte damit nicht
    genug Erfahrungen gerade bei jungen Leuten. Es gäbe in Linz einen
    Spezialisten der Erfahrungen damit hat und arbeitet auch mit Material
    ohne Metall aber
    wer bezahlt so was bitte auch wenn ein Teil von de GKK wider
    zurückkommt.Tja…Fakt ist es muss weiter gehen !! mit oder ohne
    Radiusköpfchen Ps: alles gute weiterhin denen die das auch gerade
    durchmachen oder schon hinter sich haben !!

    • Gypsi

      Bin am 6.9.2015 gestürzt. Ergebnis: Mehrfragmentfraktur Olecranon rechts, nicht dislozierte Patellalängsfraktur links. Im 1. Provinz-KH wurde 1.) offene Reposition und Zuggurtungsosteo- Synthese Olecranon rechts und 2.) Ruhigstellung mittels Mecronschiene. festgestellt. War 1 Woche insges. im KH anschl. 5 Wochen daheim im Rollstuhl, dann auf REHA in Prien 4 Wochen, super REHA, nach 10 Tagen – also am 27.11.15 – daheim stellte sich raus, daß ein Draht sich verselbständigte also gelöst hat. Wieder ins KH. Diesmal in einem Stadt-KH. Dort wurde stationär der Draht nach 3xigem Entfernungsversuch entfernt. Ursprünglich war die Überlegung, ob nicht wieder komplett operiert werden sollte. Nachdem ich aber sofort wieder schmerzfrei war, beließ man es bei der Drahtentfernung. Aber am 12.1.2016 begann alles wieder von vorne. Der 2. noch vorhandene Draht wollte nun auch raus. Es wurde ein CT angefertigt. Dabei stellte sich folgendes heraus: Bei Zuggurtung des Olecranons zeigt sich ein nicht knöchern durchbauter Frankturspalt mit abgerundeten Rändern im Sinne einer reaktionslosen Pseudoarthrose. Eine Stufe an der Fossa olecrani besteht nicht, jedoch ein bis 7 mm breiter Gelenkflächendefekt. Am 16.2.2016 wurde ich nun in einer der besten Fachklinik für Gelenke Deutschlands in Murnau/Staffelsee zum 3. Mal komplett operiert. Dort blieb ich stationär bis 23.2.2016 in optimaler Betreuung, ´sowohl in ärztlicher als auch pflegerischer Hinsicht. Zum ersten Mal kann ich sagen, daß diese OP offenbar ein voller Erfolg war. Nach der noch momentan kurzen Zeit stelle ich fest, daß ich weitestgehend ohne Scherzen bin. Der Arm läßt sich ohne Schmerzen gut bewegen.

  • Michèle

    vielen dank für die vielen infos.
    hab auch ne trümmerfraktur typ 3 und wurde in zürich sehr gut aufgeklärt: der leitende arzt hat alle varianten, die du erwähnst, verdeutlicht und zwar gesagt, es werde sich definitiv erst bei der op zeigen, aber es deutet alles darauf hin, dass das köpfchen wegkommt, so könne er mir wahrsch. ein bis zwei operatiinen ersparen (wie du sie hattest ;-), weil er eben nicht mal flicken will und dann hälts doch nicht… termin ist freitag und ich bin zuversichtlich. prothese hat er ebenfalls nahezu ausgeschlossen, das gäbe nur probleme und noch mehr bewegungseinschränkungen.
    meine frage nach arthrose hat er verneint, bei der resektion sei der einzige nachteil kosmetischer natur > carrying angel – eine art x-arm. aber damit kann ich gut leben.
    vielen vielen dank nochmals für die tollen infos, nun kann ich beruhigt die operation antreten….
    alles gute an alle radiusköpfchengeschädigte resp. – lose

  • Tine

    Hallo zusammen,
    Ich (26 Jahre) bin gerade etwas verunsichert, dass vielen von einer Radiusköpfchenprothese abgeraten wurde seitens ihrer Ärzte, denn so eine wurde mir am 13.8.15 nach Sturz auf den rechten gestreckten Arm aus 3 Metern eingesetzt. Dazu hatte ich mir noch das große Ellenbogengelenk ausgekugelt und ein Stück von der Gelenkpfanne abgebrochen und das Kahnbein im Handgelenk leicht zertrümmert und einen weiteren Mittelhandknochen gebrochen. Es stand für meinen Arzt nicht zur Debatte, keine Prothese einzusetzen. Allerdings wurde diese zementfrei eingesetzt, so dass beim Entfernen der der Radius nicht weiter beschädigt werden muss. Nach ca. 6 Monaten Physiotherapie hab ich nun wieder mit der Arbeit angefangen. Strecken ist so zwischen 10-15 Grad möglich, Beugen soweit, dass ich mit meinen Fingerspitzen meine Schulter berühren kann. Handfläche nach oben drehen geht vollständig, Handfläche nach unten drehen geht nicht so weit wie mit der gesunden Hand aber behindert mich nicht im Alltag. Was hat sich für mich geändert? Ich gebe nicht mehr mit rechts die Hand, das feste Zupacken und Schütteln mancher Menschen tut mir einfach weh, ich kann viele Sportarten nicht mehr so machen, wie ich es mir vorstelle, darunter fällt auch Schwimmen, weil ich dabei rechts Schlagseite bekomme und untergehe Und ich habe im Muskel des Unterarmes Schmerzen, wenn ich Sachen festhalten muss (bsw. neues Marmeladenglas aufschrauben), um nur ein paar Sachen zu nennen. Ich bin gespannt, wie lange die Prothese hält. Mir wurde gesagt, dass es dazu noch gar nicht Langzeitstudien gibt wie bei Hüftgelenksprothesen, so dass man noch nicht sagen kann, ob die tatsächlich 20 Jahre halten.

    • Michèle

      mir hat der arzt (ein spezialist in diesem gebiet mit viel erfahrung und eigenen vorträgen darüber) erklärt, dass es noch keine „schlauen“ prothesen gäbe für leute, welche noch länger lebten. denn eine prothese bilde keinen knorpel und behindere im alltag viel stärker als eine resektion. ausserdem könne er mir auf diese weise eine operation in einigen jahren ersparen, denn mit prothesen gäbe es immer irgendwann ein problem…..
      alle ärzte, welche ich vor dem spezialisten anhegangen bin, haben von prothese gesprochen und gesagt, eine resektion würden sie nicht machen. aber haben mich ehrlicherweise mangels erfahrung weiterverwiesen, weshalb ich schlussendlich in der schulthess klinik in zürich (hat einen hervorragenden ruf in der schweiz) gelandet bin und auch als kassenpatientin, wie es in deutschland heisst, super aufgehoben war.
      ich möchte dir keine angst machen, ich weiss auch noch nicht, wies bei mir wird, die op liegt nun erst sieben tage zurück und ich muss noch länger mit schiene rumlaufen, weil das band und das gelenk auch kaputt sind, aber ich habe ein super gefühl. ich denke, mit prothese ist man einfach etwas eingeschränkter in der bewegung und muss in 8-15 jahren wieder operieren.
      eine gute zeit und viel glück und erfolg

    • Michèle

      was ich noch erwähnen möchte: bei mir wurde die prothese nicht zu 100% ausgeschlossen. hab vor der op für jegliche varianten unterschrieben, da sie intraoperativ entscheiden wollten und ich vollstes vertrauen hatte. gemäss op bericht wurde aber wegen der gesamtsituation – lateral stabile verhältnisse, junge (38!), körperlich nicht schwer arbeitende patientin, direktes ellenbogentrauma, ohne hinweis auf stattgehabte luxation? – gegen eine prothese entschieden. wahrsch. war bei dir eine andere situation und mein arzt hätte sich bei dir auch für eine prothese entschieden.
      liebe grüsse

  • Margit Pichert

    Ich möchte gerne Kontakt auf Facebook mit „hirngedöns“, weil bei mir die Radiuskopfprothese heraus soll. Ich dann auch ganz ohne Radiuskopf bin . Für die angesetzte OP ist auch schon eine Ellenbogen-Vollprothese angefordert worden. Ich mache mir starke Gedanken, was aus meinem Arm wird und fand diesen Bericht, dass man auch ohne Radiuskopf zurecht kommt. Würde mich gerne mal austauschen darüber. LG M. Pichert

    • Manuela

      Hallo Margit ☺
      Kurz zu meiner Krankengeschichte:
      Am 28.2.2015 stürzte ich (jetzt 56 J.) und zog mir einen Radiuskopf Trümmerbruch zu. Man nahm ihn bei einer OP raus und ließ es so !! Ich bin damit gar nicht zurecht gekommen (starke Schmerzen, keine Stabilität usw.) !!
      Im Oktober 2015 bekam ich dann eine Radiuskopfprothese.
      Leider ließen die Schmerzen nicht nach – im Gegenteil- es wurde schlimmer. Im Februar 2016 – nach nur 4 Monaten- stellte man fest das die Prothese locker ist. 4 Tage später erneut OP. Dabei stellte man fest das die Prothese durch Narbengewebe ausgehebelt wurde. Also die Prothese raus und eine neue rein !!! Von Anfang an hatte ich wieder sehr starke Schmerzen und totale Einschränkungen in der Bewegung. Vom Ellenbogen bis in den Fingern starke Schmerzen. Ich wurde von einem Arzt zum nächsten geschickt, alle waren scheinbar überfordert !!
      Vorgestern rief ich aus Verzweiflung in einer anderen Klinik an. Ich hatte großes Glück denn dort ging zufällig der Professor direkt ans Telefon.
      Ich schilderte ihm meine Situation und er bestellte mich zu gestern – also gleich am nächsten Tag hin.
      Er hat sich meine Unterlagen und Befunde angesehen und die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.
      Die Prothese ist auch wieder locker und hat sogar schon am Ellenbogengelenk großen Schaden angerichtet.
      Am Mittwoch werde ich nun erneut operiert – die 2. Radiuskopfprothese muss erneut raus, eine neue wieder rein und ich bekomme dazu noch eine Ellenbogenprothese.
      Der Professor persönlich operiert mich !!
      Ich habe große Angst und Sorge……
      Ich wollte Dir keine Angst machen, sondern meine Erfahrungen mitteilen !!!
      Lieben Gruß Manuela